Der Bezeichnung „freie Wohlfahrtspflege“ kann man in Deutschland recht häufig begegnen und darum wollen wir heute die Möglichkeit nutzen, einmal näher darauf einzugehen. Als eine „Säule unseres Sozialstaats“ hat sie ein berühmter Politiker bezeichnet, gemeint hat er damit aber nicht einen einzelnen Verband, sondern die Wohlfahrtspflege als Ganzes.

Es gibt unzählige Verbände und Organisationen, die darunter angesiedelt sind und die sechs größten sind:

  • die AWO (die Arbeiterwohlfahrt)
  • der DCV (der Deutsche Caritasverband)
  • der Deutsche Paritätische Wohlfahrtsverband
  • die Evangelische Diakonie Deutschland
  • die (ZWST) die Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland
  • das DRK (das Deutsche Rote Kreuz)

All diese Verbände siedeln sich unter dem Dach der freien Wohlfahrtspflege an und in Deutschland sind es über die Hälfte aller sozialer Einrichtungen, die von ihnen betrieben werden. Kindergärten, Altenheime, Kinderheime und vieles mehr werden von ihnen getragen.

Die beiden großen Gemeinsamkeiten aller Verbände

Was all diese unterschiedlichen Organisationen miteinander verbindet, ist zum einen der Glaube an beziehungsweise die Überzeugung von etwas. Die kann ein religiöser Glaube sein, der einen davon überzeugt, mit helfender Hand zur Seite zu stehen, oder aber auch eine ideelle Grundhaltung, wie dies beispielsweise bei Gewerkschaften der Fall ist. Genau hier liegt die Motivation und der Antrieb, einer oft sehr aufopferungsvollen Tätigkeit nachzugehen.

Die zweite Gemeinsamkeit liegt in der Gemeinnützigkeit. Alle Verbände und Organisationen der freien Wohlfahrtspflege arbeiten gemeinnützig und damit unentgeltlich, es werden keinerlei wirtschaftliche Ziele verfolgt. Die Kosten werden mithilfe des Staats und mit Spenden bestritten, was ihnen sehr gut gelingt.

Das Erstaunliche daran ist, dass die Verbände trotz oder vielleicht sogar wegen dieser Motivation zu einem der größten Arbeitgeber aufgestiegen sind. Es arbeiten alleine in den beiden größten Verbänden über 1,5 Millionen Menschen für die gute Sache. Tendenz stark steigend, denn der Bedarf in der Pflege wird weiter zunehmen, gleiches gilt für die Betreuung der Senioren.

Deutschland darf sich wahrlich glücklich schätzen über ein solch funktionierendes System der Gemeinnützigkeit und des Ehrenamtes zu verfügen.